Eine Lupe zeigt auf Lebensmittel und beleuchtet den € Preis pro kg

Inhaltsverzeichnis

Dies ist der Start einer dreiteiligen Reihe zum Thema Spartipps beim Großeinkauf. 

Im ersten Teil geht es um die psychologischen Tricks, die Supermärkte nutzen, um mehr Umsatz zu generieren. Wie du dir diese bewusst machst und welche präventiven Strategien du benutzen kannst, damit du wirklich nur das einkaufst, was du und deine Familie benötigst. 

Im zweiten Teil geht es um besonders teure Lebensmittel (Gruppen). Was diese so teuer macht und welche kostengünstigen Ersatzprodukte es für sie gibt. 

Im dritten Teil geht es um Fertigprodukte. An ein paar einfachen Beispielen zeige ich dir auf, wie viel Geld dich Bequemlichkeit kosten kann und wie einfach es ist, bestimmte Fertigprodukte selbst herzustellen.

Hintergrund

Steigende Lebensmittelpreise erfordern clevere Spartipps beim Einkaufen.

Die Preise für Lebensmittel sind in den letzten Jahren laut Verbraucherzentrale drastisch gestiegen. Im Schnitt waren die Preise 2024 rund 30 % höher als 2021.

Viele Haushalte stehen deshalb unter Druck und suchen nach Wegen, beim Einkauf zu sparen, ohne auf eine gesunde Ernährung verzichten zu müssen. Zum Glück kann man mit bewusster Einkaufsplanung, cleverem Verhalten im Supermarkt und gezielter Produktauswahl eine Menge Geld sparen.

In den folgenden Beiträgen findest du zahlreiche Tipps, um deine Ausgaben für Lebensmittel zu senken.

Bewusster Einkaufen: So durchschaust du die Strategien der Supermärkte

Du gehst nur kurz für ein paar Dinge los und kommst mit einem vollen Einkaufswagen zurück? Das ist kein Zufall. Supermärkte nutzen gezielte psychologische Tricks, um dich zu mehr Käufen zu verleiten.

In diesem Beitrag zeige ich dir, wie diese Mechanismen funktionieren – und mit welchen Gegenstrategien du dich und deine Familie davor schützen kannst, um bewusster einzukaufen.

Strategien der Supermärkte

40% aller Käufe stellen Impulskäufe da

In der Studie GfK STORE EFFECT kommen Forscher zu dem Ergebnis, dass 40% aller Käufe im Supermarkt Impulskäufe darstellen. Impulskäufe sind oft emotional getrieben und entstehen innerhalb weniger Sekunden.

Durch psychologische Strategien der Supermärkte werden unsere Impulskäufe enorm verstärkt. Einige der bekanntesten Strategien folgen nun.

Duftmarketing: Verführerischer Brotduft am Eingang

Viele Supermärkte setzen künstlichen Backduft ein, um eine angenehme Atmosphäre zu schaffen und Appetit anzuregen. Der vertraute Geruch nach frisch gebackenem Brot wirkt einladend, steigert das Wohlbefinden und kann unbewusst dazu führen, dass mehr gekauft wird als ursprünglich geplant.

Strategische Produktplatzierung und verschachtelte Wegführung

Supermärkte sind strategisch aufgebaut, um dich länger im Laden zu halten. Wichtige Grundnahrungsmittel wie Brot oder Milch stehen oft weit hinten, sodass du an möglichst vielen anderen Produkten vorbeigehen musst.

Die Wegführung ist dabei absichtlich verschachtelt und zwingt dich, häufiger die Richtung zu wechseln. Dadurch bleibst du länger und kaufst automatisch mehr. Zusätzlich sind teure Markenprodukte auf Augenhöhe platziert. Günstige Alternativen findest du eher oben oder unten im Regal („Bückware“).

Auch Kinderprodukte werden gezielt in Sichtweite der Kleinen platziert, die sogenannten „Quengelzonen“ an den Kassen verführen dich zu teuren Impulskäufen.

Musik und Beleuchtung: Wie Supermärkte deine Stimmung gezielt beeinflussen

Leise Hintergrundmusik sorgt dafür, dass du dich wohlfühlst und länger im Laden bleibst. Passend zur Tageszeit läuft mal Klassik, mal Pop – unterbrochen von Werbedurchsagen, die dich zum spontanen Kauf animieren sollen.

Auch das Licht wird bewusst eingesetzt. Fleisch wirkt unter rötlichem Licht frischer, Backwaren unter goldenem Licht knuspriger.

So schaffen Supermärkte eine angenehme Atmosphäre, du bist entspannt und kaufst mehr ein.

Große Einkaufswagen: Warum du automatisch mehr kaufst

Supermärkte stellen absichtlich riesige Einkaufswagen bereit, damit du unbewusst mehr einpackst. Ein halb leerer Wagen erweckt das Gefühl, „zu wenig“ gekauft zu haben, und verleitet zu zusätzlichen Einkäufen.

Einige Wagen sind sogar nach hinten geneigt, sodass Produkte nach hinten rutschen und vorne Platz frei bleibt – das lässt deinen Einkauf kleiner wirken, als er ist.

Tipp: Für kleine Einkäufe lieber einen kleineren Wagen oder einen Korb nutzen, dann kaufst du automatisch weniger ein.

Schnäppchen-Falle: Wie dich Sonderangebote zum unnötigen Kauf verleiten

„Nur heute!“ oder „Nimm 3, Zahl 2!“. 

Supermärkte erzeugen mit gezielten Sonderangeboten künstlichen Zeitdruck und Verknappung. Dadurch bekommst du das Gefühl etwas zu verpassen, wenn du bei diesem tollen Angebot nicht direkt zuschlägst.

Dabei sind viele vermeintliche Schnäppchen nicht günstiger und sie verleiten dich oftmals, Produkte zu kaufen, die du gar nicht benötigst.

Farbige Preisschilder: Wie sie uns beeinflussen

Rot, Gelb, Orange – auffällige Preisschilder im Supermarkt sind bewusst gewählt. Rot signalisiert Dringlichkeit und Schnäppchenalarm, auch wenn der Preis gar nicht reduziert ist.

Gelb wirkt optimistisch, zieht deine Aufmerksamkeit auf Rabatte und vermittelt, dass du sparst. Orange suggeriert ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis und motiviert ebenfalls zum Kauf.

Verpackung und Werbesprache: Warum Gefühle deinen Einkauf steuern

Farbenfrohe Verpackungen, idyllische Bilder und emotionale Slogans beeinflussen deine Kaufentscheidung. Ein Müsli „nach Omas Geheimrezept“ mit lächelnder Großmutter weckt Gefühle von Geborgenheit. Glückliche Kühe auf dem Bauernhof vermitteln Natürlichkeit.

Diese emotionalen Botschaften wirken stärker als Fakten und lassen dich spontan zugreifen. Besonders beeinflussbar sind Käufe, bei denen Marke oder Produkt nicht festgelegt oder vor Ort entschieden wird.

Drei Produktverpackungen vor grünem Hintergrund: Links oben eine braune Milchpackung mit der Aufschrift „Frische Weidemilch 1,5 % Fett, Bio“. Links unten eine rote Dose „Mutti Geschälte italienische Tomaten“. Rechts ein Werbebild für „Bergader Bergbauern Käse mild-nussig“, das einen älteren Mann in traditioneller Arbeitskleidung zeigt, der auf einer Bergwiese mit Sense arbeitet.

Versteckte Preiserhöhungen und Lockangebote

Preise wie 9,99 € statt 10 € wirken deutlich günstiger, obwohl du nur 1 Cent sparst. Lockangebote („Lockvogelangebote“) ziehen dich mit extrem niedrigen Preisen in den Laden, damit du zusätzlich andere teure Produkte kaufst. Außerdem tricksen Hersteller oft mit versteckten Preiserhöhungen (Shrinkflation): Gleicher Preis, aber weniger Inhalt in nahezu identischer Verpackung.

Deshalb lohnt es sich, aufs Kleingedruckte zu achten und die Grundpreise (Preis pro Kilogramm oder Liter) zu vergleichen. So merkst du schnell, ob du gerade für weniger Inhalt mehr bezahlst.

Skrinkflation = Gleicher Preis, gleiche Packung, weniger Inhalt

Strategien für einen bewussteren Einkauf

Zum Glück bist du den Supermarkt-Tricks nicht schutzlos ausgeliefert. Hier ein paar konkrete Tipps, wie du mit deiner Familie den nächsten Einkauf bewusster gestaltest und die beschriebenen Verkaufsfallen vermeidest.

Kaufe nur ein bis zweimal in der Woche ein

Großeinkäufe mit Großpackungen sind oft günstiger und reduzieren Impulskäufe. Um mit maximal zwei Einkäufen pro Woche auszukommen, erstelle einen Wochenspeiseplan für geplante Mahlzeiten und ergänze ihn mit haltbaren Lebensmitteln und wöchentlichen Nachkäufen von deiner Favoritenliste.

Einkaufszettel schreiben

Das Erstellen eines detaillierten Einkaufszettels ist ein effektiver Weg, um Zeit und Geld zu sparen und Lebensmittelverschwendung zu reduzieren. Ich verfolge dabei einen systematischen Ansatz, der fünf Schritte umfasst, um sicherzustellen, dass ich nichts vergesse und meinen Einkauf optimal gestalte.

Vorratskammer oder Vorratsschrank kurz durchgehen
Wocheneinkauf-Favoriten-Liste überprüfen*
Gerichte der Woche durchgehen und mit Vorräten abgleichen
Familienmitglieder mit einbeziehen
Einkaufsliste sortiert nach Warengruppen schreiben

*Deine Wocheneinkauf-Favoriten sind Lebensmitteln die du wöchentlich regelmäßig verwendest und die wöchentlich nachgekauft werden müssen.

Halte dich an deinen Einkaufszettel

Angesichts der zahlreichen Tricks der Supermärkte ist dies gar nicht so einfach. Ich habe dir dennoch einige erprobte Methoden aufgelistet, die dich davon abhalten sollten, über deinen Einkaufszettel hinaus einzukaufen.

Gehe nicht hungrig einkaufen: Hungrig bist du anfälliger für die Verführungen der Supermärkte (Gerüche, Musik, Beleuchtung). Iss vorher etwas, um rationale Kaufentscheidungen zu treffen.

Kaufe immer im gleichen Supermarkt und laufe die gleiche Route ab: So kaufst du wöchentliche Favoriten, sowie saisonales Obst und Gemüse. Du wirst sehen, dass du nur noch wenige Artikel suchen musst und teure, ungesunde Lebensmittel gar nicht erst siehst. Dein Einkauf wird viel schneller erledigt sein.

Solltest du sehr stark zu Impulskäufen neigen, kannst du in Erwägung ziehen, deine Lebensmittel online zu bestellen. Bei Rewe-Online gibt es die Möglichkeit, sich eine Favoritenliste der Lebensmittel anzulegen. Für mich ist das wie ein eigenes, gesundes, günstiges Regal, ohne das ich Produkte zu Gesicht bekomme, die ich eigentlich gar nicht sehen will.

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Kleiner Wagen oder Korb: Nutze bei kleinen Einkäufen lieber einen Einkaufskorb oder einen kleineren Wagen. Ein gering gefüllter großer Einkaufswagen vermittelt dir das Gefühl, du hättest noch „zu wenig“ drin, und verleitet dich dazu, mehr hineinzulegen. Ein voller Korb dagegen signalisiert, dass du schon ausreichend viele Lebensmittel eingepackt hast.

Grundpreis vergleichen: Schau im Regal unter den bunten Preisschildern unbedingt auf den klein gedruckten Grundpreis (Preis pro kg oder Liter). Nur so kannst du Packungsgrößen und Marken wirklich miteinander vergleichen. Sonderangebote oder Großpackungen wirken oft günstiger, obwohl der Kilopreis tatsächlich höher ist. Auch bei gleich aussehenden Produkten kann unterschiedlich viel drin sein.

Auf Aktionen achten, aber bewusst bleiben: Achte auf Rabattaktionen, aber kaufe bewusst. Vergleiche Preise über Prospekte oder Apps. Kaufe nur, was du wirklich brauchst. Mengenrabatte lohnen sich eher bei haltbaren Produkten wie Nudeln, Reis oder Drogerieartikeln, weniger bei frischer Ware.

Kassenbons sammeln und analysieren: Sammle und analysiere Kassenbons, um deine Ausgaben zu überblicken und zwischen geplanten und spontanen Käufen zu unterscheiden. Markiere Impulskäufe und besprecht als Familie, welche Produkte ersetzt oder weggelassen werden können, um bewusster einzukaufen.

Fazit

Supermärkte nutzen gezielt psychologische Tricks, um dich zu Impulskäufen zu verleiten. Doch mit dem richtigen Wissen und ein paar bewussten Strategien kannst du dich davor schützen. Ein klarer Wocheneinkauf, eine feste Einkaufsroute, der Blick auf den Grundpreis und ein durchdachter Einkaufszettel helfen dir, Geld zu sparen und deinen Einkauf gezielt zu steuern. Je besser du vorbereitet bist, desto resistenter bist du gegen Verkaufsfallen. Mit einem bewussteren Einkauf hast du die Möglichkeit dich und deine Familie gesünder und kostengünstiger zu ernähren.

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